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Alexander Küpper

Institut für Physikdidaktik

AdresseGebäude 216 a Block A, Raum 2.129, Gronewaldstraße 2, 50931 Köln
Telefon0221-470-8872
E-mailalexander.kuepper(at)uni-koeln.de

Projekttitel:

Forschendes Lernen im Optikunterricht der Orientierungsstufe im astronomischen Kontext unter Berücksichtigung (stark) heterogener Lerngruppen

BetreuerInnen: Prof. Dr. Andreas Schulz und Prof. Dr. Thomas Hennemann

 

Projektbeschreibung:

Wenn Schülerinnen und Schüler in der 5. bzw. 6. Klasse zum ersten Mal mit dem Fach Physik konfrontiert werden, haben einige von ihnen – angeregt durch die eigene intrinsische Motivation oder durch extrinsische Faktoren wie Familie und Freunde oder den Sachunterricht in der Grundschule schon vielfältige Bekanntschaften mit naturwissenschaftlichen Phänomenen erlebt, während andere Lernende solche Erfahrungen kaum gemacht haben. Als Folge ergibt sich eine starke Heterogenität der Lernvoraussetzungen im Physikunterricht, welche durch die Eingliederung von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf noch einmal deutlich erhöht wird.

Diese Heterogenität stellt den Physikunterricht, im Speziellen in der Orientierungsstufe, vor die folgende Aufgabe: „Die Jahrgangsstufen 5 und 6 knüpfen [im Fach Physik] an die Arbeit der Grundschulen an, bemühen sich um eine Angleichung der Voraussetzungen und stellen somit eine einheitliche Ausgangsbasis [in Hinblick auf den Physikunterricht in der Mittelstufe] her“ (Kernlehrplan Physik Gymnasium Nordrhein-Westfalen, 2008, Seite 10).

Eine Folgerung aus dieser Aussage ist ein binnendifferenzierter Physikunterricht, welcher jedoch in der Physikdidaktik bisher kaum thematisiert wurde und somit den Lehrkräften nur wenige evaluierte Konzepte und insbesondere geeignete Materialien zur Verfügung stehen, auf die sie zurückgreifen können.

Die Dissertation soll sich zumindest lokal (im Inhaltsfeld Optik) der genannten Aufgabe aus dem Kernlehrplan widmen und verfolgt dabei im Rahmen eines Design-Based Research-Ansatzes im Wesentlichen zwei Zielsetzungen:

Erstens die Erarbeitung konkreter geeigneter Lernumgebungen für stark heterogene Lerngruppen – im Speziellen Arbeitsmaterialien und Konzepte zum Forschenden Lernen im Hinblick auf einen astronomischen Rahmenkontext –, welche den Lehrkräften ihre Unterrichtsvorbereitung und -durchführung erleichtern sollen, sodass mehr Zeit für die Diagnose von Lernschwierigkeiten und gezielte Unterstützung der Lernenden vorhanden ist.

Zweitens soll das Projekt einen Beitrag zur fachdidaktischen Forschung liefern, indem die Auswirkungen von Forschendem Lernen mit einem geeigneten Scaffolding (siehe beispielsweise Abels, 2014) und differenzierenden Übungsaufgaben (siehe z.B. Wodzinski et al., 2009) auf den akademischen Learning-Outcome der Lernenden und die soziale Integration der Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf emotionale und soziale Entwicklung in stark heterogenen bzw. inklusiven Lerngruppen untersucht werden, welche nach Huber & Wilbert (2012) ansonsten zumeist die Rolle von Außenseitern einnehmen.